Aufgaben

Die Kernaufgabe des Eurodistrikts PAMINA besteht darin, die grenzüberschreitende zusammenarbeit zu erleichtern und zu intensivieren zugunsten einer ausgewogenen und nachhaltigen Entwicklung des Raumes und zur Erleichterung des Alltags seiner Bewohner in allen Lebenslagen. Er versteht sich somit als Plattform zur Bündelung von Kompetenzen, als Vermittler zur Förderung des territorialen Zusammenhalts, ohne den Anspruch, die bestehenden zuständigen Behörden zu ersetzen.
 
Der Eurodistrikt PAMINA kann Aktivitäten entwickeln, Programme und Projekte erarbeiten und umsetzen, finanzielle Mittel beantragen.
 
Er berät Bürgerinnen und Bürger, Betriebe und Vereine, lokale und sonstige Gebietskörperschaften in allen Fragen, die sich aus der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ergeben. Die Aufgabe erstreckt sich auf die Zusammentragung, Zusammenfassung und Verteilung relevanter Daten, um einerseits die Bürger bestmöglich zu informieren und andererseits die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen öffentlichen oder privaten Stellen zu unterstützen. Dies betrifft insbesondere folgende Bereiche: 
  • Informationen über die Lebens- und Arbeitsbedingungen im Nachbarland und die im Grenzraum geltenden Bestimmungen,
  • Informationen über die Verwaltungsabläufe und die Kompetenzen öffentlicher oder privater Akteure,
  • Erstbehandlung der Anfragen von Privatpersonen, öffentlichen Akteuren, Betrieben und Weitervermittlung an die zuständigen Fachstellen.
 

    Gebiet

    Aus geographischer Sicht ist der PAMINA-Raum auf den ersten Blick vor allem durch seine Lage am nördlichen Oberrhein sowie seine randliche Einfassung durch drei Mittelgebirge geprägt : Dem Schwarzwald im Osten stehen auf der linksrheinischen Seite die Nordvogesen und der Pfälzerwald gegenüber. Auf einer Fläche von 6.000 km² zählt der PAMINA-Raum rd. 1,6 Mio Einwohner und ca. 50.000 Unternehmen, wobei sich sowohl die Bevölkerung als auch die wirtschaftlichen Aktivitäten sehr unterschiedlich auf die einzelnen Teilräume verteilen.

    Während beispielsweise die badische Region Mittlerer Oberrhein eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 450 Einwohnern/km² aufweist, sind die Südpfalz und das Nordelsass mit Dichtewerten von 195 Einwohnern/km² bzw. 124 Einwohnern/km² deutlich geringer besiedelt. Noch deutlicher treten die räumlichen Disparitäten in Bezug auf die Wirtschaftskraft zutage, die sich zwischen den drei Teilräumen im Verhältnis 12 (MI) : 3 (PA) :1 (NA) verteilt. Diese Situation spiegelt sich auch mit Blick auf die Beschäftigung wider : Annähernd 16.000 Grenzpendler aus dem Nordelsass überqueren tagtäglich Lauter und Rhein, um zu ihren Arbeitsplätzen zu gelangen, und auch zahlreiche Südpfälzer gehen einer Beschäftigung auf der anderen Rheinseite nach.
     
     
    Fläche : 6.500 Km²
    Einwohner : 1,7 Millionen
    Grenzgänger : 16.000

     

    Die „Willenserklärung für eine grenzüberschreitende Entwicklungskonzeption“

    Insbesondere regionale Initiativen zur Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Südpfalz, dem Mittleren Oberrhein und dem Nordelsaß mündeten in den Jahren 1986 und 1987 in systematische Vorbereitungen und Abstimmungsgespräche, die schließlich am 12. Dezember 1988 zur Unterzeichnung einer gemeinsamen Willenserklärung für eine grenzüberschreitende Entwicklungskonzeption in Wissembourg, kurz „Weissenburger Willenserklärung“ genannt, führten.

    Sie wurde von Vertretern der beteiligten drei Räume unterzeichnet. Zentraler Punkt dieser Willenserklärung war die Aussage, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit intensivieren zu wollen. Dazu sollte zunächst eine grenzüberschreitende Entwicklungskonzeption für den Grenzraum erarbeitet werden, um als Plattform für weitere konkrete grenzüberschreitende Maßnahmen und Projekte zu dienen. In der Willenserklärung wurden erstmals die Teilgebiete aufgeführt, aus denen sich der Grenzraum zusammensetzt. Französischerseits sind dies die Arrondissements Haguenau und Wissembourg. Das Arondissemenent Saverne ist erst 1995 hinzugekommen. Auf deutscher Seite gehören zum PAMINA-Kooperationsraum die Städte Karlsruhe, Baden-Baden und Landau, die Landkreise Karlsruhe, Rastatt, Germersheim und Südliche Weinstraße sowie die Verbandsgemeinden Hauenstein und Dahner Felsenland im Landkreis Südwestpfalz. Die Unterzeichnung dieser Willenserklärung war somit gleichsam die Geburtsstunde des PAMINA-Raumes und der Auftakt für die Entwicklung und Ausgestaltung verschiedener Kooperationsformen und grenzüberschreitender Aktivitäten.

    Die Namensgebung PAMINA geht zurück auf den damaligen Sous-Préfet von Wissembourg, M. Sermier. Inspiriert von der gleichnamigen Heldin aus Mozart's Zauberflöte vereinigt der Name PAMINA die drei Haupteinheiten dieses deutsch-französischen geografischen Raumes : PA (Palatinat du Sud - Südpfalz), MI (Mittlerer Oberrhein), NA (Nord Alsace - Nordelsass).


    Liste der Gemeinden im PAMINA-Raum